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Keine zweite Förderrunde für SEVIP&V – wie geht es nun weiter?

Als eine von 20 aus 130 Kommunen bundesweit, durfte die Stadt Halberstadt im Rahmen des BMBF-Programms „Innovationen für Kommunen und Regionen im demografischen Wandel“ (InnovaKomm) in den vergangenen neun Monaten ein Handlungskonzept für den weiteren Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels in unserer Kreisstadt entwickeln. Im Fokus dieses im April fertiggestellten und beim BMBF eingereichten Konzepts stehen dabei die vielfältigen Probleme und Bedarfslagen von professionellen Pflegekräften sowie von pflegenden Angehörigen. Viele Halberstädter Bürgerinnen und Bürger haben – so etwa durch die Mitarbeit in einer der sieben Arbeitsgruppen – diese Konzeptentwicklung tatkräftig unterstützt. Hierfür sei ihnen an dieser Stelle auch im Namen des Oberbürgermeisters, Andreas Henke, sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung Halberstadt herzlichst gedankt.

Das BMBF hat inzwischen die Begutachtung der eingereichten 20 Konzepte abgeschlossen. Obwohl das Halberstädter Konzept „SEVIP&V“ (Sektorübergreifende Vernetzung in Pflege und Vorsorge) insgesamt positiv bewertet wurde, gelang uns damit leider nicht der Sprung unter die Top 5 des Wettbewerbs, die nun in einer zweiten Phase weitere Fördermittel für die Konzeptumsetzung erhalten. Während die Qualität der von uns durchgeführten fachlichen Recherchen sowie der Innovationsgehalt der vorgeschlagenen technischen Konzepte von der Jury als positiv bewertet wurden, wurden sowohl der starke Fokus auf technische Lösungen für die Pflege als auch der aus Sicht einiger Jurymitglieder konzeptionell zu kurz gekommene Vernetzungsaspekt kritisiert.

Obwohl uns die Absage an eine zweite Förderrunde angesichts der vielen haupt- und ehrenamtlichen Arbeit, die in die Konzeptentwicklung geflossen ist, selbstverständlich betrübt, wollen wir am gemeinsam entwickelten Konzept sowie den darin enthaltenen, guten Ideen festhalten. Während wir die Kritikpunkte der Jury nun aufarbeiten, bereitet die Stadt Halberstadt gemeinsam mit der Hochschule Harz und weiteren Partnern die Umsetzung und Fortführung verschiedener Konzeptideen vor, über deren Fortgang wir alle Projektbeteiligten selbstverständlich zeitnah unterrichten werden. In einem ersten Schritt soll dabei zunächst die Fortsetzung der erfolgreichen – und auch über die von Uwe Witczak geleitete kommunale Senioren-Beratungsstelle forcierten – Netzwerkarbeit gesichert und verstetigt werden. Sobald sich unsere diesbezüglichen Ideen konkretisiert haben, sind alle am Thema Interessierten zur erneuten Mitarbeit in diesem zu schaffenden Netzwerk natürlich herzlich eingeladen. Den für SEVIP&V ins Leben gerufenen Internetauftritt sowie auch dieses Blog werden wir als zentrale Informationsplattform des neuen Netzwerkes aktualisieren und fortführen.

Mit den Konzepten der fünf geförderten Projekte, von denen bislang nur eines – die „Dorfgemeinschaft 2.0″ in Nordhorn – öffentlich bekannt ist, werden wir uns in den kommenden Monaten selbstverständlich ebenfalls auseinandersetzen und prüfen, welche Ideen für den weiteren Umgang mit dem demografischen Wandel in Halberstadt und Umgebung nutzbar gemacht werden könnten. Dem BMBF sowie insbesondere den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit der Betreuung von SEVIP&V betraut waren, sei an dieser Stelle noch einmal herzlich für die großzügige Unterstützung sowie für die Chance der Teilnahme an der ersten Förderphase gedankt: Das im Rahmen dieser Projektvorphase entstandene Pflegenetzwerk wird mit Sicherheit bestehen bleiben – und auch die eine oder andere entstandene Projektidee werden wir – soweit möglich – in den kommenden Jahren zur Umsetzung bringen.

AG Prozesse

Einreichung des strategischen Handlungskonzepts beim BMBF

Mit der Einreichung des strategischen Handlungskonzepts der Stadt Halberstadt zum Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) am 30. April, konnte die erste Förderphase unseres Projekts SEVIP&V (Sektorübergreifende Vernetzung in Pflege und Vorsorge) vor einigen Tagen vorerst abgeschlossen werden. Im Gegensatz zum Großteil solcher Konzepte fokussiert unser Konzept dabei weniger auf die technische Entlastung von Seniorinnen und Senioren, als mehr auf die technische Entlastung von Pflegekräften und pflegenden Familienangehörigen. Drei Entwicklungen sollen diese Pflegeleistenden auf unterschiedliche Weise unterstützen: Das sprachgesteuerte Pflegeassistenzsystem EdaS (Entlastung durch angewandte Spracherkennung) könnte Pflegekräfte von Dokumentationspflichten entlasten und ihnen dadurch mehr Zeit für den Dienst am Menschen einräumen, die Intelligente Leistungs- und Service-Einheit (ILSE) könnte als modernes Kommunikations-, Aktivitäts- und Monitoringzentrum die Kommunikation zwischen Gepflegten und ihren Angehörigen verbessern – und mit dem Security Framework für Pflegeassistenzsysteme (SFP) würde ein Regel- und Validierungsframework für assistive Systeme im Pflegebereich entwickelt, das auch weit über das Projekt hinaus für die Entwickler von Pflegetechnik nutzbar wäre.

Ob SEVIP&V es im Rahmen des InnovaKomm-Wettbewerbs nach der ersten nun auch in die zweite Phase schafft – womit letztendlich die Realisierung der drei hier kurz dargestellten Entwicklungen finanziert werden könnte – wird sich voraussichtlich bis Ende August diesen Jahres entscheiden. Allen Fachexpertinnen und Fachexperten, die sich in den vergangenen Wochen und Monaten in unseren sieben Arbeitsgruppen sowie im Redaktionsteam engagiert haben, sei an dieser Stelle noch einmal ganz herzlichst gedankt. Über den weiteren Fortgang von SEVIP&V werden wir hier im Projektblog des Pflegenetzwerks selbstverständlich zeitnah berichten. Und bis dahin heißt es: Daumen drücken!

InnovaKomm

Erfolgreicher Start für Halberstädter Demografie-Projekt

Eine große Chance für Halberstadt und das Land Sachsen-Anhalt – so charakterisierte Gastredner Theo Struhkamp in seinem gestrigen Grußwort das jüngst in der Kreisstadt gestartete Projekt SEVIP&V (Sektorübergreifende Versorgung in Pflege und Vorsorge). Vor mehr als 50 Gästen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung, die der Einladung zum Projekt-Kick-off ins Halberstädter Rathaus gefolgt waren, betonte der in der Staatskanzlei für Breitband-Ausbau und Europapolitik zuständige Referatsleiter die enorme Bedeutung, die der demografische Wandel für die Zukunft Sachsen-Anhalts haben wird, und forderte die Anwesenden auf, sich mit ihren Ideen in die Suche nach Lösungen einzubringen.

Eine Aufforderung, der sich Thomas Rimpler als Leiter des Unternehmerbüros der Stadt nur anschließen konnte: „Ich bin fest davon überzeugt, dass insbesondere die Unternehmen vor Ort von dem nun angestoßenen Diskussionsprozess profitieren werden.“ Unternehmerinnen und Unternehmer könnten sich in den folgenden sechs Monaten mit ihren Konzepten an der Erarbeitung einer Demografie- und Pflegestrategie für Halberstadt und die nähere Region beteiligen, und sich dabei kostenfrei von Experten verschiedener Fachgebiete aus vier Hochschulen beraten lassen. Gelingt dem durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierten Projekt 2015 der Sprung auf die nächste Förderstufe, stünden teilnehmenden Unternehmen sogar bis zu fünf Millionen Euro Fördermittel für die Realisierung ihrer Ideen zur Verfügung. „Die Ideenpalette reicht derzeit von technischen Assistenzsystemen für Pflegekräfte bis hin zu Unterstützungsnetzwerken für pflegende Angehörige“, so Thomas Rimpler weiter.

Neben der heimischen Wirtschaft und Vertretern aus Staatskanzlei und Sozialministerium sowie Professorinnen und Professoren der Otto von Guericke-Universität Magdeburg, der Martin Luther-Universität Halle und der Hochschule Harz, waren auch Unternehmen aus weiter entfernt liegenden Regionen vertreten. Norbert Rebmann und Andreas Haupt vom Pflegenetzwerk Xpertcooperation – einem der Ideengeber des Projekts – nahmen für den Kick-off sogar den weiten Weg von Stuttgart nach Halberstadt auf sich. Über die positive Resonanz auf die Einladung freut sich auch Projektleiterin Antje Hoffleit: „Das unternehmerische und wissenschaftliche Potential des hier entstehenden Netzwerkes ist schon jetzt beeindruckend“, so die Magdeburger Arbeitswissenschaftlerin, die sich den Gästen als „Wahl-Halberstädterin“ vorstellte. Hoffleit betonte, dass Unternehmen, die sich in den nächsten Wochen noch zur Teilnahme entschlössen, jederzeit im Projekt einsteigen könnten: „Wir freuen uns über Know-How, Erfahrungen und frische Ideen für die Pflege.“

Über die Detailziele des SEVIP&V-Projekts, die Zusammensetzung der Arbeitsgruppen sowie erste Ergebnisse werden Interessenten sich in einigen Tagen unter www.pflegenetzwerk-halberstadt.de informieren können. Der Internetauftritt des Projekts wird allen Pflegeprofis, allen pflegenden Angehörigen sowie natürlich allen Pflegebedürftigen darüber hinaus die Möglichkeit geben, sich mit eigenen Anregungen und Wünschen in die Diskussion über die Zukunft der Pflege in und um Halberstadt einzubringen.

Kick-Off-Vortrag

SEVIP&V-Kick-off am 10.11.2014: Thomas Rimpler vom Unternehmerbüro der Stadt appellierte vor allem an die Unternehmen, sich an SEVIP&V zu beteiligen. Sein Vortrag wird dabei von Gebärdendolmetscher Uwe-Friedrich Albrecht barrierefrei übersetzt.

Projekt soll Pflege-Strategie für Halberstadt erarbeiten

Pflegewordle

Der demografische Wandel stellt viele Städte und Kommunen in Sachsen-Anhalt – darunter auch Halberstadt – vor große Herausforderungen. So wird sich etwa bis zum Jahr 2030 der Anteil der Halberstädter Bürgerinnen und Bürger mit einem Alter von mehr als 80 Jahren von derzeit 6% der Einwohnerschaft auf mehr als 10% nahezu verdoppeln, während zeitgleich immer weniger junge Menschen für die Arbeit im Gesundheitswesen – von der Hausarztpraxis bis hin zum Pflegedienst – zur Verfügung stehen. Wie Stadtverwaltung und regionale Gesundheitswirtschaft dieser Herausforderung begegnen können, ist die zentrale Frage eines noch im November startenden Strategieprojekts der Stadtverwaltung. Im Rahmen des durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierten F&E-Vorhabens SEVIP&V (Sektorübergreifende Vernetzung in Pflege und Versorgung) soll in den kommenden sechs Monaten eine entsprechende Strategie für die Kreisstadt erarbeitet werden. Hierzu werden sieben Arbeitsgruppen zu Themen wie der Vernetzung von Pflege und Angehörigen, zur technischen Unterstützung der häuslichen Pflege oder auch zur Optimierung von Versorgungsprozessen gebildet und durch Experten aus Wirtschaft und Forschung besetzt.

„Über die großzügige finanzielle Unterstützung des Projektes durch das BMBF sowie das bereits im Vorfeld große Teilnahmeinteresse freuen wir uns natürlich ungemein“, so Thomas Rimpler, der als Leiter des Unternehmerbüros der Stadt Halberstadt die Koordination von SEVIP&V übernehmen wird. Besonders erfreulich sei auch, dass die gemeinsam mit Pflegeexperten der Stuttgarter Xpert cooperation GmbH, Arbeitsexperten der Magdeburger METOP GmbH sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Hochschule Harz erarbeitete Ideenskizze für Halberstadt bereits in der ersten Förderrunde unter die ersten 20 von 124 Einreichungen gelangte: „Das Ergebnis dieser Bewertung zeigt uns, dass wir mit unseren Ideen und denen unserer Partner bereits auf dem richtigen Weg sind“. Gelingt mit der nun zu erarbeitenden Innovationsstrategie im Rahmen der nächsten Förderrunde der Sprung unter die besten fünf Einreichungen, könnte das BMBF die Umsetzung der Strategie mit bis zu 5 Millionen Euro unterstützen.

Das Projekt wird am kommenden Montag, den 10.11.2014, um 17:00 Uhr im Rahmen einer Kick-Off-Veranstaltung im Ratssaal des Halberstädter Rathauses durch Oberbürgermeister Andreas Henke und Theo Struhkamp als Vertreter der Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt im Beisein zahlreicher Gäste aus Verwaltung, Gesundheit, Forschung und Wirtschaft eröffnet. Wer am Kick-Off teilnehmen möchte wird gebeten, sich per E-Mail oder telefonisch an Jörg Willeke aus dem Unternehmerbüro der Stadt zu wenden (03941–551-802 / willeke@halberstadt.de).