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Neuerscheinung: Aufbau einer kommunalen Senioren-Technik-Beratung

Technikberatung

Technische Hilfsmittel zur Förderung von Selbständigkeit, Autonomie und gesellschaftlicher Teilhabe älterer Menschen werden auch bei zunehmendem Unterstützungsbedarf bisher nur wenig genutzt. Der kürzlich im Verlag des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. herausgegebene Leitfaden „Technikberatung für ältere Menschen und Angehörige: Praxis-Tipps für ein Serviceangebot in der Kommune“ will dies ändern. Die Autor*innen Birgit Apfelbaum (Hochschule Harz), Nina Efker (Stadt Solingen) und Thomas Schatz (Hochschule Harz) zeigen die Bedeutung einer kommunalen Technikberatung für Betroffene, ihre Angehörigen und das Gemeinwesen. Schritt für Schritt wird der Aufbau eines bedarfsorientierten Beratungsangebots dargestellt, begleitet von vielen praxiserprobten Tipps und Handlungsempfehlungen für eine zielgruppenorientiert Kommunikation.

Besonders wertvoll für interessierte, aber auf dem Technik-Gebiet bisher nicht aktiv gewordene Beratungsstellen ist die Übersicht erprobter Geräte jenseits aufwendiger Roboter- oder Smart Home-/AAL-Systeme. Das Handbuch wertet die Erfahrungen von Modellprojekten der Senioren-Technik-Beratung in deutschen Kommunen aus – darunter auch der Beratungsstelle hier in Halberstadt – und ist zu einem Preis von 15,90 EUR im Buchhandel, bei amazon oder im Fachbuch-Online-Shop des Deutschen Vereins unter diesem Link erhältlich.

Technikberatung für ältere Menschen und Angehörige

Vorstandswahlen und inhaltliche Neuausrichtung beim TECLA e.V.

Am 3. Dezember 2015 trafen sich die Mitglieder des Vereins TECLA (TEChnische PfLegeAssistenzsysteme) zur Jahreshauptversammlung im Wernigeröder Innovations- und Gründerzentrum. Auf der Agenda stand neben der Neuwahl des Vorstands auch eine wichtige Richtungsentscheidung: Der eingetragene Verein, der ursprünglich ins Leben gerufen wurde, um die Arbeit des von 2010 bis 2013 durch das BMBF geförderten NEMO-Netzwerks TECLA fortzusetzen, hat seit seiner Gründung kaum Aktivitäten entfaltet, da die ab 2014 in Halberstadt und Wanzleben-Börde für zwei Jahre durch das BMWi finanzierten Senioren-Technik-Beratungsstellen die Netzwerkarbeit größtenteils fortführen konnten. Nachdem nun in 2016 aber auch diese Förderung enden wird, war es an den Mitgliedern des Vereins zu entscheiden, ob die erfolgreich etablierten Beratungsangebote durch TECLA e.V. fortgeführt und auf andere Harzkreis-Kommunen ausgedehnt werden sollten – ein Vorschlag, der bereits nach kurzer Diskussion einstimmig angenommen wurde.

„Sowohl in Halberstadt als auch in Wanzleben-Börde haben wir in den vergangenen zwei Jahren die Erfahrung machen können, dass niederschwellige Beratungsangebote für ältere Menschen – etwa zur barrierefreien Umgestaltung von Wohnungen oder zu technischen Hilfen im Alltag – auf großes Interesse und eine stark positive Resonanz stoßen“, so Thomas Schatz, der die Beratungsstelle in Wanzleben-Börde leitet. „Auch wenn die Förderung beider Beratungsstellen im kommenden Jahr endet, wollen wir dieses wichtige Angebot nicht einfach wegfallen lassen, sondern über die Arbeit im Verein verstetigen.“ Eine solche Verstetigung bietet Vereinsvorstand Uwe Witczak zufolge auch die Chance, das bereits mit dem NEMO-Netzwerkprojekt ins Leben gerufene und über die Arbeit der kommunalen Beratungsstellen ausgebaute Netzwerk aus regionalen Unternehmen der Pflegewirtschaft, Wohnungswirtschaft, Medizintechnik und IT aufrechtzuerhalten: „Hier ist in den vergangenen Jahren eine Kooperation von großem Wert für den Harz entstanden.“

Neben der Grundsatzentscheidung über die Fortführung der Tätigkeit der beiden kommunalen Beratungsstellen, konnten im Rahmen der Jahreshauptversammlung drei neue Mitglieder in den Verein aufgenommen und eine Satzungsanpassung verabschiedet werden.

Dem für die nächsten zwei Jahre neu gewählten Vorstand des TECLA e.V. gehören an:

Über die für 2016 geplanten Veranstaltungen und Aktivitäten wird der Verein zu Jahresbeginn noch ausführlich auf den beiden Internetseiten http://www.mytecla.de und http://www.pflegenetzwerk-halberstadt.de informieren.

Vereinssitzung

Vereinsmitglieder diskutieren am Rande der Jahreshauptversammlung 2015 des TECLA e.V. miteinander.

Keine zweite Förderrunde für SEVIP&V – wie geht es nun weiter?

Als eine von 20 aus 130 Kommunen bundesweit, durfte die Stadt Halberstadt im Rahmen des BMBF-Programms „Innovationen für Kommunen und Regionen im demografischen Wandel“ (InnovaKomm) in den vergangenen neun Monaten ein Handlungskonzept für den weiteren Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels in unserer Kreisstadt entwickeln. Im Fokus dieses im April fertiggestellten und beim BMBF eingereichten Konzepts stehen dabei die vielfältigen Probleme und Bedarfslagen von professionellen Pflegekräften sowie von pflegenden Angehörigen. Viele Halberstädter Bürgerinnen und Bürger haben – so etwa durch die Mitarbeit in einer der sieben Arbeitsgruppen – diese Konzeptentwicklung tatkräftig unterstützt. Hierfür sei ihnen an dieser Stelle auch im Namen des Oberbürgermeisters, Andreas Henke, sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung Halberstadt herzlichst gedankt.

Das BMBF hat inzwischen die Begutachtung der eingereichten 20 Konzepte abgeschlossen. Obwohl das Halberstädter Konzept „SEVIP&V“ (Sektorübergreifende Vernetzung in Pflege und Vorsorge) insgesamt positiv bewertet wurde, gelang uns damit leider nicht der Sprung unter die Top 5 des Wettbewerbs, die nun in einer zweiten Phase weitere Fördermittel für die Konzeptumsetzung erhalten. Während die Qualität der von uns durchgeführten fachlichen Recherchen sowie der Innovationsgehalt der vorgeschlagenen technischen Konzepte von der Jury als positiv bewertet wurden, wurden sowohl der starke Fokus auf technische Lösungen für die Pflege als auch der aus Sicht einiger Jurymitglieder konzeptionell zu kurz gekommene Vernetzungsaspekt kritisiert.

Obwohl uns die Absage an eine zweite Förderrunde angesichts der vielen haupt- und ehrenamtlichen Arbeit, die in die Konzeptentwicklung geflossen ist, selbstverständlich betrübt, wollen wir am gemeinsam entwickelten Konzept sowie den darin enthaltenen, guten Ideen festhalten. Während wir die Kritikpunkte der Jury nun aufarbeiten, bereitet die Stadt Halberstadt gemeinsam mit der Hochschule Harz und weiteren Partnern die Umsetzung und Fortführung verschiedener Konzeptideen vor, über deren Fortgang wir alle Projektbeteiligten selbstverständlich zeitnah unterrichten werden. In einem ersten Schritt soll dabei zunächst die Fortsetzung der erfolgreichen – und auch über die von Uwe Witczak geleitete kommunale Senioren-Beratungsstelle forcierten – Netzwerkarbeit gesichert und verstetigt werden. Sobald sich unsere diesbezüglichen Ideen konkretisiert haben, sind alle am Thema Interessierten zur erneuten Mitarbeit in diesem zu schaffenden Netzwerk natürlich herzlich eingeladen. Den für SEVIP&V ins Leben gerufenen Internetauftritt sowie auch dieses Blog werden wir als zentrale Informationsplattform des neuen Netzwerkes aktualisieren und fortführen.

Mit den Konzepten der fünf geförderten Projekte, von denen bislang nur eines – die „Dorfgemeinschaft 2.0″ in Nordhorn – öffentlich bekannt ist, werden wir uns in den kommenden Monaten selbstverständlich ebenfalls auseinandersetzen und prüfen, welche Ideen für den weiteren Umgang mit dem demografischen Wandel in Halberstadt und Umgebung nutzbar gemacht werden könnten. Dem BMBF sowie insbesondere den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit der Betreuung von SEVIP&V betraut waren, sei an dieser Stelle noch einmal herzlich für die großzügige Unterstützung sowie für die Chance der Teilnahme an der ersten Förderphase gedankt: Das im Rahmen dieser Projektvorphase entstandene Pflegenetzwerk wird mit Sicherheit bestehen bleiben – und auch die eine oder andere entstandene Projektidee werden wir – soweit möglich – in den kommenden Jahren zur Umsetzung bringen.

AG Prozesse

Einreichung des strategischen Handlungskonzepts beim BMBF

Mit der Einreichung des strategischen Handlungskonzepts der Stadt Halberstadt zum Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) am 30. April, konnte die erste Förderphase unseres Projekts SEVIP&V (Sektorübergreifende Vernetzung in Pflege und Vorsorge) vor einigen Tagen vorerst abgeschlossen werden. Im Gegensatz zum Großteil solcher Konzepte fokussiert unser Konzept dabei weniger auf die technische Entlastung von Seniorinnen und Senioren, als mehr auf die technische Entlastung von Pflegekräften und pflegenden Familienangehörigen. Drei Entwicklungen sollen diese Pflegeleistenden auf unterschiedliche Weise unterstützen: Das sprachgesteuerte Pflegeassistenzsystem EdaS (Entlastung durch angewandte Spracherkennung) könnte Pflegekräfte von Dokumentationspflichten entlasten und ihnen dadurch mehr Zeit für den Dienst am Menschen einräumen, die Intelligente Leistungs- und Service-Einheit (ILSE) könnte als modernes Kommunikations-, Aktivitäts- und Monitoringzentrum die Kommunikation zwischen Gepflegten und ihren Angehörigen verbessern – und mit dem Security Framework für Pflegeassistenzsysteme (SFP) würde ein Regel- und Validierungsframework für assistive Systeme im Pflegebereich entwickelt, das auch weit über das Projekt hinaus für die Entwickler von Pflegetechnik nutzbar wäre.

Ob SEVIP&V es im Rahmen des InnovaKomm-Wettbewerbs nach der ersten nun auch in die zweite Phase schafft – womit letztendlich die Realisierung der drei hier kurz dargestellten Entwicklungen finanziert werden könnte – wird sich voraussichtlich bis Ende August diesen Jahres entscheiden. Allen Fachexpertinnen und Fachexperten, die sich in den vergangenen Wochen und Monaten in unseren sieben Arbeitsgruppen sowie im Redaktionsteam engagiert haben, sei an dieser Stelle noch einmal ganz herzlichst gedankt. Über den weiteren Fortgang von SEVIP&V werden wir hier im Projektblog des Pflegenetzwerks selbstverständlich zeitnah berichten. Und bis dahin heißt es: Daumen drücken!

InnovaKomm

Jahresrückblick auf die Arbeit der Senioren-Technik-Beratungsstelle

Im März des vergangenen Jahres wurde in Halberstadt eine BMBF-geförderte Senioren-Technik-Beratungsstelle – eine von nur 22 derartigen Beratungsstellen bundesweit – eröffnet, die von der Stadtverwaltung getragen und deren Arbeit von der Hochschule Harz wissenschaftlich begleitet wird. Mittlerweile wird das Angebot dieser Beratungsstelle – auch dank der unermüdlichen Arbeit des Beratungsstellen-Leiters Uwe Witczak – sehr gut angenommen und ist unter anderem Gegenstand regelmäßiger Berichterstattung im Regionalfernsehen Harz (RFH), wo man mit „Gesund im Harz“ ein eigenes Format rund um AAL, Demografie und Pflege ins Leben gerufen hat. In der siebten und aktuellsten Ausgabe von „Gesund im Harz“ wirft der RFH einen Blick zurück auf die Arbeit der Beratungsstelle im vergangenen Jahr und liefert damit einen guten Einblick in die vielfältigen Aktivitäten, die sich in Halberstadt – neben SEVIP&V – in diesem wichtigen Themenfeld entfalten. Alle bislang erschienenen Ausgaben von „Gesund im Harz“ finden sich übrigens hier.

Mehr Informationen zu den Angeboten des Senioren-Technik-Beratungszentrums Halberstadt finden sich hier.

Projekt soll Pflege-Strategie für Halberstadt erarbeiten

Pflegewordle

Der demografische Wandel stellt viele Städte und Kommunen in Sachsen-Anhalt – darunter auch Halberstadt – vor große Herausforderungen. So wird sich etwa bis zum Jahr 2030 der Anteil der Halberstädter Bürgerinnen und Bürger mit einem Alter von mehr als 80 Jahren von derzeit 6% der Einwohnerschaft auf mehr als 10% nahezu verdoppeln, während zeitgleich immer weniger junge Menschen für die Arbeit im Gesundheitswesen – von der Hausarztpraxis bis hin zum Pflegedienst – zur Verfügung stehen. Wie Stadtverwaltung und regionale Gesundheitswirtschaft dieser Herausforderung begegnen können, ist die zentrale Frage eines noch im November startenden Strategieprojekts der Stadtverwaltung. Im Rahmen des durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierten F&E-Vorhabens SEVIP&V (Sektorübergreifende Vernetzung in Pflege und Versorgung) soll in den kommenden sechs Monaten eine entsprechende Strategie für die Kreisstadt erarbeitet werden. Hierzu werden sieben Arbeitsgruppen zu Themen wie der Vernetzung von Pflege und Angehörigen, zur technischen Unterstützung der häuslichen Pflege oder auch zur Optimierung von Versorgungsprozessen gebildet und durch Experten aus Wirtschaft und Forschung besetzt.

„Über die großzügige finanzielle Unterstützung des Projektes durch das BMBF sowie das bereits im Vorfeld große Teilnahmeinteresse freuen wir uns natürlich ungemein“, so Thomas Rimpler, der als Leiter des Unternehmerbüros der Stadt Halberstadt die Koordination von SEVIP&V übernehmen wird. Besonders erfreulich sei auch, dass die gemeinsam mit Pflegeexperten der Stuttgarter Xpert cooperation GmbH, Arbeitsexperten der Magdeburger METOP GmbH sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Hochschule Harz erarbeitete Ideenskizze für Halberstadt bereits in der ersten Förderrunde unter die ersten 20 von 124 Einreichungen gelangte: „Das Ergebnis dieser Bewertung zeigt uns, dass wir mit unseren Ideen und denen unserer Partner bereits auf dem richtigen Weg sind“. Gelingt mit der nun zu erarbeitenden Innovationsstrategie im Rahmen der nächsten Förderrunde der Sprung unter die besten fünf Einreichungen, könnte das BMBF die Umsetzung der Strategie mit bis zu 5 Millionen Euro unterstützen.

Das Projekt wird am kommenden Montag, den 10.11.2014, um 17:00 Uhr im Rahmen einer Kick-Off-Veranstaltung im Ratssaal des Halberstädter Rathauses durch Oberbürgermeister Andreas Henke und Theo Struhkamp als Vertreter der Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt im Beisein zahlreicher Gäste aus Verwaltung, Gesundheit, Forschung und Wirtschaft eröffnet. Wer am Kick-Off teilnehmen möchte wird gebeten, sich per E-Mail oder telefonisch an Jörg Willeke aus dem Unternehmerbüro der Stadt zu wenden (03941–551-802 / willeke@halberstadt.de).