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Erfolgreicher Tag der Demografiefolgenforschung in Wernigerode

Demografiewoche 2017

Bereits zum zweiten Mal beteiligte sich die Hochschule Harz in diesem Jahr mit einem „Tag der Demografiefolgenforschung“ an der „Woche der Demografie“ des Landes Sachsen-Anhalt. Im Rahmen einer ganztägigen offenen Vorlesungsreihe nahmen am 15. August zahlreiche Professorinnen und Professoren die Gelegenheit wahr, ihre aktuellen Projekte mit Bezug zum demografischen Wandel vor zahlreichen Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu präsentieren.

Prof. Dr. Georg Westermann

Prof. Dr. Georg Westermann (Foto: Hochschule Harz).

Die von Christian Reinboth moderierte Veranstaltung wurde durch Prof. Dr. Georg Westermann, den Prorektor für Forschung und Wissenstransfer, mit einer Vorstellung des fachbereichsübergreifenden Forschungsschwerpunkts Demografiefolgen eröffnet: „Der richtige Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels ist einer von zwei Forschungsschwerpunkten unserer Hochschule, zu denen an beiden Standorten und in allen drei Fachbereichen – Wirtschaftswissenschaften, Automatisierung und Informatik sowie Verwaltungswissenschaften – intensiv geforscht wird.“ Das inhaltliche Spektrum reicht Westermann zufolge dabei von der Bekämpfung des Fachkräftemangels in kleinen und mittelständischen Unternehmen der Region über die Konzeption barrierearmer touristischer Angebote für ältere Urlauberinnen und Urlauber bis hin zur Entwicklung von Softwareanwendungen für Pflegekräfte. „Diese große Vielfalt der Forschungsthemen wollen wir mit der heutigen Veranstaltung nach außen tragen“, so der Professor für Betriebswirtschaftslehre und Unternehmensberatung.

Thomas Karolczak und Dr. Matthias Haupt

Thomas Karolczak und Dr. Matthias Haupt (Foto: Hochschule Harz).

Bevor erste Forschungsprojekte vorgestellt wurden, erläuterte Prof. Dr. Ulrich Fischer-Hirchert, welchen Stellenwert Themen mit demografischem Bezug inzwischen auch in der Lehre einnehmen. Gemeinsam mit Prof. Dr. Hermann Strack bietet er mit „Ambient Assisted Living“ seit kurzem ein neues Wahlpflichtfach am Fachbereich Automatisierung und Informatik an, in dessen Rahmen Studierende sich mit aktuellen Entwicklungen in Telemedizin und intelligenter Haussensorik auseinandersetzen. Während Corinna Langhans von der Stabsstelle Forschung im Anschluss die Herausforderungen des demografischen Wandels aus Sicht des klinischen Qualitätsmanagements unter die Lupe nahm, stellten Dr. Matthias Haupt und Thomas Karolczak neuartige Formen der Mensch-Technik-Interaktion vor – darunter einen fernsteuerbaren Kamera-Roboter der Senioren-Technik-Beratungsstelle in Wanzleben-Börde, mit dem sich aus der Ferne feststellen lässt, ob eine pflegebedürftige Person gestürzt ist. In zwei weitere Vorträgen stellten Sabrina Hoppstock, Peter Kußmann und Jens-Uwe Just anschließend das BMBF-geförderte Forschungsprojekt „fast care“ vor, in dessen Rahmen sich vier Unternehmen und vier Hochschulen der Entwicklung eines echtzeitfähigen Sensordaten-Frameworks für intelligente Assistenzsysteme widmen.

Prof. Dr. Axel Dreyer

Prof. Dr. Axel Dreyer (Foto: Hochschule Harz).

Nach einer kurzen Mittagspause erläuterte Prof. Dr. Axel Dreyer vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften die Vorzüge von Elektrofahrrädern für körperlich beeinträchtigte Urlauberinnen und Urlauber und zeigte das wirtschaftliche Potential der „pedelecs“ für den barrierearmen Tourismus auf. Der Fachbereich Verwaltungswissenschaften wurde von Prof. Dr. Birgit Apfelbaum und Prof. Dr. Christoph Goos vertreten, die erste Erkenntnisse aus einer derzeit laufenden Untersuchung zur Rolle des Ehrenamtes im integrierten Flüchtlingsmanagement präsentierten. Auf eine Einführung in wichtige Aspekte des Datenschutzes und der Datensicherheit in eHealth-Systemen durch Prof. Dr. Hermann Strack folgte mit einer kurzen Vorstellung aktueller Fördermöglichkeiten für Forschungsprojekte zum demografischen Wandel durch Ellen Burgdorf der letzte Vortrag des Tages. Verbunden mit einem Dank an Veranstaltungsorganisatorin Theresa Vitera zieht Prof. Westermann ein positives Fazit: „Das Interesse an unseren Forschungsprojekten zeigt, dass wir an der Hochschule Harz keine ‚Forschung für die Schublade‘ betreiben, sondern mit praxisnahen Projekten immerhin einen kleinen Beitrag zur Bewältigung der auch in unserer Region bereits spürbaren Folgen des demografischen Wandels leisten können.“

Ellen Burgdorf

Ellen Burgdorf (Foto: Hochschule Harz).

Tag der Demografie-Forschung an der Hochschule Harz

Hochschule Harz

Im Rahmen der Demografie-Woche in Sachsen-Anhalt findet an der Hochschule Harz am Dienstag, dem 15. August, der Tag der Demografie-Forschung statt. Von 10 bis 16 Uhr stehen auf dem Wernigeröder Campus (Raum 4.001) neuartige Forschungsprojekte und Erkenntnisse der „Demografiefolgenforschung“ sowie Themen rund um die Digitalisierung im ländlichen Raum auf dem Programm. Die Teilnahme ist kostenfrei, die Anmeldung erfolgt per E-Mail bei der Stabsstelle Forschung, Theresa Vitera: . Weiterführende Informationen zum Vortragsprogramm finden sich stets aktuell unter https://www.hs-harz.de/forschung/tagungen/.

„Demografie ist ein vielschichtiger Begriff, der seit geraumer Zeit gesellschaftliche und politische Überlegungen bestimmt, die Diskussion um Strategien wird auf vielen Ebenen geführt“, berichtet Prof. Dr. Georg Westermann, Prorektor für Forschung und Transfer. Der Professor betont: „Das Thema ist vielschichtig und interdisziplinär – jeder Einzelne wird gebraucht, um bei der aktiven Umgestaltung gesellschaftlicher Strukturen mitzuwirken.“

Der demografische Wandel ist auch Gegenstand zahlreicher Forschungsprojekte an der Hochschule Harz, die Veranstaltung bietet daher nicht nur ein vielseitiges Programm sondern auch Gelegenheit zur aktiven Mitgestaltung. Vorträge und Demonstrationen zu neuen Formen der Mensch-Technik-Interaktion finden ebenso Platz wie die medizinische Echtzeit-Versorgung der Zukunft und die Herausforderungen vor denen Kliniken und Krankenhäuser stehen. Als aktuelles Forschungsprojekt wird die Detektion von Krankheiten durch optische Analyse von menschlicher Atemluft vorgestellt. Gleichzeitig gibt es Vorträge zu Impulsen für den Radtourismus durch Elektrofahrräder oder integriertes Flüchtlingsmanagement im Harz. Bevor zum Tagungsende ein gemeinsamer Ausklang wartet, stellen die hochschuleigenen Experten Fördermöglichkeiten für Projekte zum Umgang mit dem demografischen Wandel vor.


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Call for Papers: Gesundheits- / Pflegewirtschaft an der HS Harz

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Fachtagung: Gesundes Unternehmenswachstum in der Pflege- und Gesundheitswirtschaft – Betriebswirtschaftliche und technische Lösungen aus Wissenschaft und Forschung

19.05.2016 – Hochschule Harz – Wernigerode

Die demografisch bedingt steigende Nachfrage nach Gesundheits- und Pflegedienstleistungen hat zu einem beschleunigten Wachstum vieler Dienstleistungsanbieter über die in dieser Branche üblichen Größen hinaus geführt. Mit zunehmender Größe sehen sich viele dieser Dienstleister mit einer Vielzahl für sie neuer organisatorischer und betriebswirtschaftlicher Herausforderungen konfrontiert. Antworten auf einige dieser Herausforderungen können im Rahmen gemeinsamer Projekte von Hochschulen und Unternehmen gefunden werden.

Die Hochschule Harz führt am 19.05.2016 auf ihrem Wernigeröder Campus erstmalig eine interdisziplinäre Konferenz zum Thema „Gesundes Unternehmenswachstum in der Pflege- und Gesundheitswirtschaft“durch. Neben zwei Keynote-Präsentationen und Vorträgen von neun eingeladenen Hochschul-Experten/innen sind eine Postersession und ein Tagungsband geplant, zu dem noch bis zum 25.04.2016 Beiträge mit maximal 3.500 Worten (Word, Open Office, Libre Office) zuzüglich jeweils eines A0-Posters (PDF, JPG, Corel Draw) eingereicht werden können. Die Einreichung erfolgt per E-Mail an: creinboth(at)hs-harz.de. Beiträge sollten sich an einem oder auch mehreren der drei hier nachfolgend benannten Themenbereiche ausrichten. Einige beispielhafte Forschungsfragen sind aufgeführt.

  • Change Management im Pflege- und Gesundheitswesen: Wie können Unternehmen aus dem Gesundheits- und Pflegewesen betriebswirtschaftlich und organisatorisch mit überproportional starkem Wachstum umgehen? Wie können neuartige Formen der (Ablauf- oder auch hierarchischen) Organisation gemeinsam mit der Belegschaft umgesetzt werden? Wie kann die Qualität pflegerischer Leistungen auch in Zeiten von Umbruch und Reorganisation sichergestellt werden?
  • Einsatz neuer Technologien im Pflege- und Gesundheitswesen: Inwieweit können Pflegekräfte durch den Einsatz neuer Techniken in der Praxis entlastet werden? Wie ist es in verschiedenen Gesundheitsberufen um Interesse an und Akzeptanz für neue Technologien bestellt? Können AAL-Systeme autonomes Leben von Senioren/innen fördern – oder führen sie zu neuen Abhängigkeiten?
  • Prozess- und Organisationsoptimierung im Pflege- und Gesundheitswesen: Welche neuartigen Formen der gesundheitlichen Versorgung bieten sich für den ländlichen Raum an? Wie können Prozesse in der Pflege entbürokratisiert werden? Was können Pflege- und Gesundheitsdienstleister von Unternehmen aus der Tourismusbranche über die Organisation und Qualität von Versorgungsprozessen lernen?

Eine Formatvorlage für Paper und Poster wird nicht vorgegeben, die Formatierung der Paper für den Tagungsband wird durch das Organisationsteam übernommen. Die Formatierung der Poster sollte im Design der Institution der Einreicher erfolgen, Druck und Laminierung der Poster werden durch die Hochschule Harz übernommen. Über die Auswahl der Beiträge entscheidet ein interdisziplinär besetztes Fachgremium.

Fragen zur Veranstaltung beantwortet Ihnen gerne:

Christian Reinboth
Stabsstelle Forschung Hochschule Harz
Friedrichstraße 57-59 38855 Wernigerode

Tel.: 03943 659 896
creinboth(at)hs-harz.de

Tagungswebseite: https://www.hs-harz.de/forschung/gesundheitswirtschaft2016/

Workshop zur Vereinbarkeit von Berufsleben und Angehörigenpflege

(Pressemitteilung der Hochschule Harz)

Seit einem Jahr beschäftigt sich die an der Hochschule Harz angesiedelte Projektgruppe „LEB Wernigerode“ (Lebenslagenorientiertes Entwicklungs- und Bedarfskonzept) mit der Frage, wie sich Kommunalverwaltungen auf die zunehmende Anzahl von Berufstätigen einstellen sollen, die parallel ältere Angehörige pflegen. In Deutschland sind ca. 15 Prozent aller Beschäftigten in der Angehörigenpflege aktiv; sie wenden dafür 15 bis 35 Stunden pro Woche auf – eine Belastung, die nicht nur Probleme im Beruf, sondern auch ein erhöhtes Krankheitsrisiko zur Folge haben kann.

Gefördert vom Land Sachsen-Anhalt setzt die Stadt Wernigerode die Implementierung einer „pflegesensiblen Verwaltungskultur“ um. Im Rahmen eines gemeinsamen Transfer-Workshops mit Wissenschaftlern der Hochschule Harz wurden nun die wesentlichen Projektergebnisse im Bürgerpark vorgestellt. Das Fachpublikum umfasste rund 40 Vertreterinnen und Vertreter von Kommunal- und Landesverwaltungen, Kranken- und Pflegekassen sowie verschiedener Unternehmen.

Nachdem Thomas Schatz, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Verwaltungswissenschaften, in einem Impulsvortrag die gesetzlichen Rahmenbedingungen vorgestellt hatte, präsentierte Prof. Dr. Birgit Apfelbaum, Hochschullehrerin für Kommunikations- und Sozialwissenschaften in Halberstadt, die Ergebnisse von Interviews und Workshops, die sowohl mit pflegenden Mitarbeitern der Wernigeröder Verwaltung als auch mit dortigen Führungskräften durchgeführt wurden. Dabei zeigte sich deutlich, dass der vorherrschende Wunsch pflegender Beschäftigter nicht etwa in Teilzeitregelungen und beruflichen Auszeiten besteht. Hilfreicher sei eine bessere Vereinbarkeit von Vollzeitarbeit und Pflegetätigkeit durch die Flexibilisierung von Arbeitszeiten. Führungskräfte beschäftigen sich dagegen primär mit der praxistauglichen Gestaltung von Vertretungsregelungen und mit Fragen der Kompensation von nicht vorhersehbaren Arbeitsausfällen. „Um die Familienfreundlichkeit der Verwaltung zu steigern“, so das Fazit der Professorin, „müssen Aspekte der Verwaltungskultur und -organisation in einem koordinierten Prozess verändert werden.“

In einem dritten Vortrag umriss Wernigerodes Hauptamtsleiter Rüdiger Dorff die Maßnahmen, die durch die Stadtverwaltung auf Basis der LEB-Empfehlungen bereits umgesetzt wurden oder noch geplant sind. So sollen sich die Mitarbeiter der Stadt im verwaltungseigenen Intranet über ihre Rechte als pflegende Angehörige informieren können und nach der Benennung einer sogenannten „Pflegepilotin“ eine verwaltungsinterne Ansprechpartnerin haben.

Dorff betonte, dass die Verwaltung die personellen sowie die zeitlichen Investitionen in die Pflegesensibilität nicht nur als Element der Fachkräftesicherung, sondern auch als ein Instrument zur Verringerung krankheitsbedingter Ausfälle betrachte: „Eine dauerhafte Überforderung durch Doppelbelastungen im Berufs- sowie Privatleben führt in vielen Fällen schleichend zu Dauererkrankungen, welche nicht nur das Wohl unserer Beschäftigten, sondern auch die Fähigkeit der Verwaltung gefährden, ihren Aufgaben angemessen gerecht zu werden. Die Deeskalation von Überlastungssituationen ist daher stets im Sinne aller.“

In der abschließenden Diskussionsrunde wurde erneut deutlich, dass ein erster wichtiger Schritt hin zu einer „pflegesensiblen Verwaltung“ in der Ansprache der Führungskräfte sowie in der Schaffung eines Arbeitsklimas besteht, in dem möglichst offen über Belastungen gesprochen werden kann. Zwischen den Gleichstellungsbeauftragten und Personalverantwortlichen der Kommunen, der „Pflegepilotin“ der Stadt Wernigerode sowie dem LEB-Team an der Hochschule Harz wurde weiterführender fachlicher Austausch vereinbart.

LEB-Workshop

Bild (v.l.n.r.): Rüdiger Dorff, Thomas Schatz, Prof. Dr. Birgit Apfelbaum und Jana Diesener beim Workshop zur Vereinbarkeit von Berufsleben und Angehörigenpflege der Projektgruppe „LEB Wernigerode“.

Videonachlese zu Demografiekongress und Demografiewoche

Demografiewoche

Zum dritten Demografiekongress sowie zur ersten Demografiewoche Sachsen-Anhalts im vergangenen Monat sind bei YouTube zwei Videobeiträge eingestellt worden, die wir an dieser Stelle – sozuagen als multimediale Nachlese – gerne im Blog des Pflegenetzwerks einbinden möchten: Die (barrierefreie) Video-Botschaft unseres Ministerpräsidenten Dr. Reiner Haseloff zu aktuellen demografischen Trends und Herausforderungen in und für Sachsen-Anhalt sowie ein Kurzfilm zur Demografiefolgeforschung an der Hochschule Harz, der durch die MDKK GmbH eigens für den Demografiekongress produziert wurde und der hier mit freundlicher Genehmigung veröffentlicht wird.